Spontan habe ich mich angemeldet, die angekündigten Wandertage vom 6. bis 14. April auf dem Rheinsteig geführt von August Becker und seiner Assistentin Beatrix mitzuwandern.
Tag 1
Die Anreise war am 6. April. Insgesamt haben 14 Personen teilgenommen.
Von unserem Stammquartier in der Jugendherberge Kaub sind wir morgens zu den Wanderungen per Bahn ein Stück voraus sowie ein Teil zurückgefahren. Dazu eignet sich das Deutschland-Ticket ausgezeichnet.
Um meinen persönlichen CO2-Abdruck in Grenzen zu halten, habe ich mich entschlossen, bereits die Anreise sowie die Rückfahrt per Bahn zu nutzen. Am Sonnabend, den 6. April, bin ich um 8:44 Uhr in Hameln abgereist über Paderborn - Hamm - Köln - Koblenz bis nach Kaub. Bis Hamm war die Bahnfahrt erwartungsgemäß. Ab Hamm befanden sich bereits viele 1. FC Köln-Fans im Zug, sodass an einen Sitzplatz nicht zu denken gewesen ist. In den folgenden Bahnhöfen gesellten sich immer mehr Reisende in Richtung Köln dazu, was zu erheblichen Problemen beim Ein- und Aussteigen führte. Dadurch verspätete sich der Zug erheblich. Mit Anblick der Rheinbrücke, des Kölner Doms und Verabschiedung der 1. FC Köln-Fans löste sich meine Stimmung zusehends. Aufgrund der Verspätung musste ich einen Folgezug nehmen, bin dann mit Umstieg in Koblenz eine Stunde später in Kaub eingetroffen. Dort erwarteten mich die anderen Wanderer der gesamten Gruppe.
Am Sonntagmorgen begann die Tagesetappe mit einer kurzen Bahnfahrt bis Braubach. Zum Einstieg auf den Rheinsteig ging die Route in Richtung Marksburg fürs Gruppenbild und auf den Kammweg. Davor stellten sich uns jedoch einige umgestürzte Bäume in den Weg - für trainierte Wanderer kein Problem. Von mehreren Aussichtspunkten des Rheinsteigs haben wir immer wieder faszinierende Aussichten auf die vielen Burgen und romantischen Ortschaften genießen können. Nach Rückkehr in der Jugendherberge in Kaub sind die meisten zuerst auf der Terrasse geblieben, haben sich mit frischen Getränken aus dem Bistro eingedeckt und den Tag Revue passieren lassen.
Tag 3
Montagmorgen zunächst Bahnanreise bis Koblenz. Dann ausfindig machen, wie erreichen wir den Rheinsteig, aber für August und Team kein Problem. Über die Horchheimer Höhe weiter in Richtung Ruppertsklamm. Der Wanderpfad mit seinen Serpentinen hat es aber in sich, bis wir den oberen Einstieg der Ruppertsklamm erreicht haben.
Völlig unbedarft sind wir in die Klamm gelaufen. Allerdings wurden die seitlichen Felsen immer höher und die Klamm zusehends schmaler. Als der Weg über Felsbrocken im Bachbett weiterging und wir die seitlichen Drahtseile nutzen mussten, war höchste Vorsicht geboten. Damit haben wir hier nicht gerechnet. Alle haben die Passage sicher gemeistert und unsere weitere Tour führte uns direkt zur Stärkung in die nächste Eisdiele. Nach der Erholung brachte uns die Bahn zurück in die Jugendherberge Kaub. Dort angekommen wieder das gleiche Prozedere wie tags zuvor.
Dienstagmorgen: heute keine Anreise per Bahn, sondern direkter Anstieg durch einen Weinberg zur Burg Gutenfels. Auf dem Rheinsteig durch mehrere Seitentäler hinab über Bäche und hinter den Bächen wieder hinauf. Für Pausen gibt es viele Bänke sowie Schutzhütten. Bevor unser Tag per Bahn zurückgehen sollte, haben wir uns in Lorch ein nettes Café zur Kaffee-Einkehr gesucht.
Tag 5
Mittwochmorgen wieder eine Bahnanreise bis St. Goarshausen, um von dort auf dem Rheinsteig zum sagenumwobenen Loreley-Felsen zu wandern. Von sehr markanten Felsvorsprüngen wirkt der Loreley-Felsen mit dem äußerst schmalen Rheintal wie vor lange vergangenen Jahrhunderten immer noch faszinierend und ehrfurchtsvoll. Zum Ende des Wandertages haben wir unser Quartier direkt erreicht. Natürlich gab‘s heute auf der Terrasse wieder den Umtrunk aus dem Bistro.
Donnerstagmorgen habe ich wegen leichten Erkältungs-Symptomen den Zug bereits in St. Goarshausen verlassen und in einer Apotheke ein paar Tabletten besorgt. Die Gruppe ist bis Kestert weitergefahren. Ich bin der Gruppe etwas ruhiger entgegengewandert. Im Aufstieg habe ich den speziellen Klettersteig erreicht und habe die Strecke zur Hälfte erkundet. Ohne mich in großes Risiko zu begeben, bin ich dann dem entspannten Rheinsteigpfad gefolgt, bis ich einen tollen Aussichtspunkt mit Blick auf die Burg Maus erreicht habe. Dort habe ich eine Pause eingelegt und auf die Gruppe gewartet. Die Route führte uns jetzt von oben an den Klettersteig. Da alle erwartungsvoll in den Klettersteig eingestiegen sind, konnte ich mich nicht zurückhalten, bin mit eingestiegen, war fasziniert von der Route und den großartigen Blicken auf Rhein und Burgen.
Tag 7
Freitagmorgen Bahnetappe bis Assmannshausen, wieder ein Anstieg - diesmal in den Niederwald am Jagdschloss vorbei zum Lust-Turm Rössel. Hier hatten wir großartige Blicke in das sich öffnende Rheintal sowie auf den Binger Mäuseturm auf der Rheinfluss-Insel sowie das Bingerloch, gefürchtet bei der Rhein-Schifffahrt. Der Abstieg führte uns durch Weinfelder im großen Stil, da die Weinberge hier weniger steil sind. Nach einer Eis-Pause unter der 700-jährigen Linde in Geisenheim sind wir per Zug zur Jugendherberge Kaub zurückgefahren.
Tag 8
Sonnabendmorgen: heute per Bahn nach Lorch, auf dem Rheinsteig wieder bergauf in einige Seitentäler, hinab hinter den Bächen wieder bergauf. An den Aussichtspunkten immer wieder tolle Blicke auf das Rheintal und den Schiffsverkehr auf dem Fluss. Plötzlich bemerkte jemand aus unserer Gruppe: Es fehlen offenbar drei Wanderinnen. Was kann da nur passiert sein? Nach einiger Zeit löste sich die Anspannung. Diese drei Wanderinnen haben die Möglichkeit des Weinkaufens von einem Verkostungsstand genutzt und etwas eingekauft, was ihnen sehr gefallen hat. Die Rückfahrt zur Jugendherberge Kaub wieder per Zug. Nach dem Abendessen konnten wir gemeinsam den Umtrunk auf der Terrasse und unsere Erinnerungen der vergangenen Tage genießen sowie August und seiner Beatrix für diese wundervollen Tage danken. Natürlich mit einigen Hintergedanken, dass sie demnächst wieder eine neue Reise austüfteln und uns daran teilhaben lassen.
Tag 9
Was am Abend zuvor noch nicht gepackt gewesen ist, wurde noch in Rucksack und Reisetasche verstaut. Nach der Verabschiedung in der Jugendherberge habe ich mich zur Rückreise zum Bahnhof begeben und bin mit zwei weiteren Wanderern per Bahn nach Hause gefahren. Auf der Rückfahrt gab es lediglich eine kleine Umbuchung. Gemeinsam hatten wir eine entspannte Bahnreise und sind zufrieden in Hameln eingetroffen.
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