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Tourbericht: Sommermärchen 2025 - Alpinkurs

02.01.2026

Das diesjährige Ziel des Alpinkurses war die Wolfebnerspitze in den Allgäuer Alpen. 

Der Gipfel befindet sich auf 2.432 Metern Höhe und das Gebiet weist eine Vielzahl von Klettertouren in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden auf, sodass sowohl versierte und erfahrene Kletterer als auch jene, die gerade ihre ersten Erfahrungen im Alpin-Klettern sammeln, auf ihre Kosten kommen.


Unterkunft findet man auf der gut ausgestatteten und gemütlich eingerichteten Hermann- von-Barth-Hütte. Die Anreise bzw. der Aufstieg erfolgt aus Elbigenalp im Lechtal, wobei sich ein Taxi vom Parkplatz bis zur Station der Materialseilbahn durchaus lohnt, gerade wenn man das zusätzliche Gewicht der Kletterausrüstung bedenkt.

Wie bereits die Jahre zuvor üblich, verbrachten wir die Zeit zusammen mit der Gemeinschaftsklettergruppe auf der Hütte, wie auch am Fels und waren somit eine muntere Truppe aus erfahrenen Kletterern und einigen Neulingen. Es gab also bei den gemeinsamen Mahlzeiten und der Zeit auf der Stube immer viel zu erzählen und auch zu lachen. 

So sollte es für unsere Fünfergruppe dann ursprünglich am 05.07. frühmorgens losgehen, doch wurden wir bereits zu Beginn von schlechten Wettervorhersagen heimgesucht und entschieden uns, unsere Anreise um einen Tag zu verschieben. Da wir die Zeit dennoch sinnvoll nutzen wollten, ging es für uns alternativ für einen Tagesausflug an den Hohenstein. Dort erprobten wir uns wie bereits in der Vorbereitung, frischten einige Grundlagen auf und hatten, wenn auch ohne Allgäuer Bergluft, einen insgesamt erfolgreichen Auftakt in unsere Kletterwoche. 

Nachdem wir alle noch einmal daheim schlafen konnten, ging es dann endlich früh am nächsten Morgen mit dem Auto Richtung Alpen los. Die Stimmung war heiter und anders als bei anderen Reisenden verlief unsere Fahrt ohne Probleme. So fuhren wir auf der Hinfahrt auf einen liegen gebliebenen Wohnwagen zu und entschlossen uns, zum Warmmachen vor dem Aufstieg, dabei zu helfen, diesen auf den nächstbesten Rastplatz zu schieben. 


Am Parkplatz angekommen und mit guter Tat im Gepäck ging es dann im Taxi zur Materialseilbahn und von dort aus zu Fuß weiter. An der Hütte angekommen wurden dann noch fix die Unterkünfte bezogen und der Tag gemeinsam mit den bereits zugereisten Kletterern ausgeklungen.

Trotz trüber Vorhersagen und leichten Regens konnte dann endlich am Montag mit dem Klettern begonnen werden und so ging es für uns Anfänger erstmal in die Base-Climbs an der Südwestwand, während der Rest sich in 2er- und 3er-Teams an die Mehrseillängen machte. 

Der Kletterspaß musste dann jedoch schon am nächsten Tag wieder unterbrochen werden, da der Himmel uns mit Schneefall überraschte und dieser nicht aufzuhören schien. Aber davon ließen wir uns nicht verzagen! Wir nutzten den hauseigenen Boulderraum, um ein wenig Theorie zu vertiefen, das mitgebrachte Gerät kennenzulernen und die ein oder andere innovative Spielerei aus der Kletterwelt wortwörtlich im Trockenen zu testen. Auch der Hüttenwirt und seine Crew verstanden es, uns eingeschneite Bergfreunde zu unterhalten und, wie eigentlich jeden Tag, köstlich zu versorgen. So lauschten wir seinen Akkordeonkünsten, es wurde gesungen und eifrig Pläne geschmiedet für die kommenden Tage.

Unser winterliches Sommermärchen sollte auch am Mittwoch noch fortgesetzt werden und da vorerst nicht mit einem Abschmelzen des Schnees zu rechnen war, machten wir uns allesamt warm eingepackt auf eine Wanderung in Richtung Krottenkopf, einem nahe gelegenen Gipfel. Die Landschaft war weit und breit mit teils knietiefem Schnee bedeckt und das Tal verbarg sich hinter dicken Wolkenschichten, sodass man gelegentlich vergaß, dass es eigentlich Juli ist. Abends wurde sich dann wieder bei Speis und Trank auf der Hütte aufgewärmt und da das Wetter uns an den kommenden letzten beiden Tagen noch ideale Kletterbedingungen verschaffen sollte, ging es dann wieder darum, welche Routen man noch austesten wollte und wie sich die verbleibende Zeit noch am besten nutzen ließe, bevor es dann am Samstag wieder Richtung Heimat gehen sollte.

Und so konnten wir dann tatsächlich noch mehrere Mehrseillängen klettern, was gerade für uns Neulinge sehr interessant war, weil man das abwechselnde Vorsteigen in einer 2er-/3er-Konstellation üben konnte und gleichzeitig über längere Phasen hinweg am Klettern war. Donnerstag entschlossen wir uns für die 10 Seillängen Tour Bluatschink (II - III+) an der Ostwand und schafften dann am Freitag sogar gleich zwei Touren hintereinander (Mina 8L, Ostwand und Himmelsleiter 3L Südostkante) mit dem krönenden Abschluss am Gipfelkreuz.

So hatte unser Klettermärchen doch noch ein glückliches Ende gefunden und trotz der ungünstigen Wetterbedingungen haben wir alles aus unserer Zeit an der Wolfebnerspitze herausgeholt, was möglich war, sodass wir am Ende mit bestem Gewissen sagen konnten: auf Wiedersehen und bis bald!

Finn und Marko