Im März hatten wir eine Vorbesprechung in der Sumpfe. Da waren wir zu fünft. Ein paar Wochen später gab es noch ein Treffen. Danach waren wir zu acht.
1. Tag
Am Sonntag, dem 17.07.2022, ging es dann los. Da waren wir nur noch zu dritt. Corona, Verletzungspech … hatten zugeschlagen.
André und ich sind die Nacht durchgefahren und waren dann auch zeitig in Sölden. Dort haben wir uns mit Gerd getroffen. Ab in den Tälerbus zur Fieglalm. Von dort zur ca. 1 Std. entfernten Materialbahn der Hildesheimer Hütte. Ich hatte meinen viel zu voll gepackten großen Rucksack mit, und war froh, das ich diesen der Materialseilbahn „übergeben“ konnte.
Nun ging es weiter ohne schweres Gepäck auf die Hildesheimer Hütte, 2899m. Zum Abendessen um 18:30 Uhr waren wir rechtzeitig angelangt.
Allein schon der Aufstieg, bei herrlichsten Sonnenschein, war beeindruckend und anstrengend.
Nach der Anmeldung und Unterbringung im 10 Pers. Lager gab es ein leckeres Abendessen. Danach haben wir uns noch ein bisserl die Umgebung an der Hütte angeschaut. Dabei ist Gerd mit uns seinen Plan für die Ausbildungswoche durchgegangen.
Wir waren „nur“ zu dritt, deswegen haben wir nach einer 3er- oder 4er Bettkammer gefragt. Nach einem langen, und für mich aufregenden Tag, sind wir schlafen gegangen.
Der Schußgrubenkogel 3211 m und weiter zum Gaiskar 3183 m waren unsere Ziele. Weiter zum Gaiskarferner. Dort haben wir dann die Steigeisen angezogen und unsere ersten Gehversuche mit den Steigeisen auf Eis
gemacht. Anschließend Übungen mit Pickel und Eisschrauben.
Nach dieser Ausbildung auf dem Gaiskarferner sind wir zurück zur Hildesheimer Hütte. Resultat: glücklich und K.o.
In der Hütte gab es noch eine Überraschung für uns. Ein 3-Bett-Zimmer!
3. Tag
Sonnenschein!
Guten Morgen, Gerd. Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!
Es wird sich nicht geschont. Nach dem Frühstück geht es los zum Pfaffenkogel (3366 m). Dafür müssen wir auch über den Pfaffenferner mit Steigeisen, Helm, Pickel usw. Hinter dem Pfaffenjoch (3212 m) gehen wir in einer Seilschaft weiter im Firn auf den Pfaffenkogel. Von hier aus hat man eine überwältigende Sicht auf die Stubaier Alpen. Und da war es auch zu sehen, unser morgiges Ziel: das Zuckerhütl (3505 m).
Bevor es wieder zur Hütte zurück ging, gab es noch eine Unterweisung von Gehen am Fixseil / am Geländerseil, situationsabhängige
Sicherung auf der Gletschertour.
Mannomann, war ich froh, mich am späten Nachmittag auf mein Bett zu legen.
4:30 Uhr...aufstehen...noch kein Sonnenschein. Aber die Sonne kam um 6:30 Uhr!
Heute ging es zum Zuckerhütl (3505 m). Die gleiche Hin-Tour wie am 3.Tag, Nur ging es heute vom Pfaffenjoch weiter über den Sulzenauferner zum Zuckerhütl. Hinter dem Pfaffenjoch ging es als Dreier-Seilschaft weiter bis auf das Zuckerhütl. Gerd hat uns sicher hoch gebracht. Die Anstrengung hatte sich gelohnt. Bei bestem Sommerwetter, natürlich mit Sonnenschein, gab es für uns eine enorme Weitsicht über die Stubaier Alpen.
An dem Tag bin ich an meine körperlichen Grenzen gekommen. Aber mein Glücksgefühl hat mich weiter getragen.
5. Tag Sonnenschein!
Heute sollte es entspannter zugehen. Klettersteigausrüstung war gefragt. Im Falkenkar, in unmittelbarer Nähe zur Hütte, war ein Klettersteig. Den sind wir dann, unter den Anweisungen von Gerd, hinauf. Beim 2.Anstieg sind wir dann auf der halben Strecke angehalten und haben uns abgeseilt. Immer wieder hat uns Gerd auf verschiedenste Knoten und Techniken angeleitet. Dabei kamen dann auch verschiedenste Karabiner, Schlaufen und
Schnüre zur Anwendung. Ich muss sagen, dass ich mich nie unsicher gefühlt habe.
Wir haben dann später auch noch Spaltenbergung simuliert. Dieser Tag war kräfteschonender. Ganz in meinem Sinne.
Der letzte Tag. Heute ging es zur Schaufelspitz (3333 m). Eine schöne Bergwanderung. Zurück dann noch über den Gaiskarferner mit Steigeisen. Nachmittags wurde noch Kartenkunde und Kompasslehre „unterrichtet“. Ich muss gestehen, da war ich nicht
so aufnahmefähig.
Unwetter kündigte sich an. Und pünktlich zum letzten Ausbildungsabend gab es dann auch Donner und Blitz, starken Wind, Regen und Graupeln. Das ging die ganze Nacht dann so weiter.
7. Tag
Die Wetterlage beruhigt sich. Der Regen lässt nach, und es ist auch nicht mehr so stürmisch. Wir haben Glück. Der Regen hat aufgehört, und wir bekommen wieder Sonnenschein. So schnell kann das Wetter sich ändern.
Die Ausbildungswoche ist vorbei. So schnell kann das gehen!
Ich hatte eine wunderbare Woche. Wir Drei hatten eine klasse Zeit miteinander. Gerd ist ein super Ausbilder und Mensch. Ich habe mich immer sicher gefühlt. Ich bin froh und dankbar, dass wir gesund geblieben sind. Wir hatten immer (!) Sonnenschein.
Danke für diese Woche
Reinhard
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