Im schönen Mai war eine Gruppe motivierter Hamelner Kletterinnen und Kletterer im Ith unterwegs, um ihre Erfahrungen aus der Halle nunmehr am Fels auszubauen.
Der Kurs „Aus der Halle an den Fels“ hat sich genau dies zur Aufgabe gemacht: gemeinsam an den heimischen Felsen zu klettern, das Klettergebiet zu erkunden und selbstständig Seile zum Toprope-Klettern einzuhängen.
Mitte Mai startete der zweitägige Kurs mit ersten Versuchen am Probierstein, der für seine kurzen und gut abzusichernden Routen als Kursfels erste Wahl ist.
Die beiden Trainer, Ralf Buchwald und Michael Strohmeyer, präparierten den Fels mit etlichen leichten und kurzen Routen, die die sechs Teilnehmer*innen dann ausprobieren konnten. Da niemand in diesem Terrain ernsthafte Schwierigkeiten hatte, konnten auch anspruchsvollere Linien erkundet werden, die z.B. auch Piazzen erfordern und mehr Luft unter dem eigenen Gesäß vorsehen.
Neben dem eigentlichen Klettern sind jedoch vor allem Sicherheit und eigenständiges Einrichten von Routen Schulungsthema. So musste jede/r selbst Toprope-Seile einhängen lernen, sich gesichert auf dem Felskopf bewegen und auch Routen zum Abseilen umbauen.
Diese Kenntnisse wurden dann am zweiten Tag an der Hexenkanzel in langen Routen gefestigt und ausgebaut. Da das Wetter trocken und kühl blieb, musste man sich über mangelnden Grip am Fels keine großen Gedanken machen und konnte sich ganz auf eine gute Klettertechnik und sauberes Erklettern der Routen konzentrieren. Aber: Auch das Abseilen aus 25 Metern Höhe stellte teilweise ganz neue Anforderungen an alle und erforderte Mut undSelbstvertrauen. Denn auch hier gilt: Safety first. Also werden vor dem Abseilen die Sicherungsringe überprüft, der Sitz der eigenen Standplatzschlinge und des Abseilgerätes sowie das korrekte Anbringen der Kurzprusik. Denn diese Handgriffe sollen auch dann sitzen, wenn kein Übungsleiter dabei ist und man sich auf sich selbst gestellt in der Wand befindet.
Nach zwei Tagen der Schulung ist hierzu der Grundstein gelegt und nun muss die erforderliche Routine durch permanentes Üben erfolgen. Denn Abseilen kann man auch in der Halle üben, auch wenn es selten geschieht. Die eigentliche Routine entsteht dann allerdings nach etlichen Klettermetern am Fels und in unbekannten Routen, die man sich schließlich irgendwann erschließen möchte.
Michael Strohmeyer
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