Die mittelalterliche Pilgerstadt Le Puy-en-Velay begrüßt 9 froh gelaunte und wanderfreudig motivierte WanderInnen mit Illuminationen an markanten Gebäuden zur Wanderung auf dem Stevensonweg durch Frankreich.
Gleich zum Start geht’s aus der Stadt heraus steil hoch, um nochmals einen wundervollen Blick auf diese schöne Stadt zu bekommen. Bei gutem Wetter durchwandern wir die wunderschöne Landschaft mit ihren Bergen und Tälern zur nächsten Unterkunft direkt neben dem ehemaligen Kloster in Monastier-sur- Gazeille. Wir genießen die warme Mahlzeit im Kreise der Franzosen am Familientisch.
Mit dem Reisesegen in der ehemaligen Klosterkirche geht’s weiter geradehoch auf steinigen Wegen und natürlich auch wieder genauso bergab. Insider behaupten, wir hätten am Morgen zu viel getrödelt ...jedoch trotz vergessener und wieder geholter Brille erreichen wir pünktlich unsere Gite. Gut gestärkt wandern wir am Morgen weiter in die raue Landschaft. Die Sonne meint es gut mit uns und so sind ruck zuck „die Beine ab“.
Über einen steilen und steinigen Abstieg erreichen wir Goudet. Zeit zur Rast und nach Überqueren der Loire, um auf dem immer gerölliger werdenden Weg aufzusteigen. Erschöpft erreichen wir unsere pittoreske Unterkunft mit der Botschaft: “Achtung Protect yourself... Wanzenprävention!“ Daraus wird der Running Gag für die nächsten Tage. Pradelles liegt auf einer Hügellehne über der Allier und bleibt für uns daher auf unserem weiteren Weg immer mal wieder zu erkennen. Die nächste Tagesetappe ist kurz und somit bleibt Zeit für persönliche Belange oder ein Bad im See bei Langogne. Wir werden vom Hauswirt lecker bekocht und bewirtet. Einkäufe aller nötigen Delikatessen auf dem sehr gut gefüllten Wochenmarkt lassen uns den grauen Himmel und den Nieselregen nur schwach wahrnehmen... und hoch geht es, um durch einen Wald zu laufen und dann steil bergauf in den idyllischen Ort Saint-Flour-de-Mercoire. Belohnt werden wir mit einem wunderschönen Rastplatz zur Mittagspause am Lac de Louradou. Das hilft uns, den steilen Weg hoch und durch ein Wäldchen serpentinenartig auf steinigem Weg weiter zur Ruine vom Chateau Luc zu gelangen. Wunderbare Aussicht auf die vor uns liegende Route. Im Tal können unsere Wasservorräte (dringend nötig bei der Temperatur!) aufgefüllt werden, denn es sind noch einige Kilometer zu wandern, bis wir die wunderschöne Unterkunft in La Bastide-Puylaurent erreichen. Abendessen im Kaminzimmer und eine nette Unterhaltung mit dem „Australier“ beschließen den Tag.
Die nächste Tagesetappe ist nicht so lang und so marschieren wir zügig und erreichen unser Ziel zeitig. Es bleibt Zeit zum Relaxen, zum Waschtag oder um die Gegend zu erkunden. Eine Wanderin traut sich zu fragen, ob es wirklich nur 2 Toiletten für alle (18 Personen) gibt, Antwort: „In Frankreich ist die Norm: 1 Toilette/10 Personen. Wenn uns das nicht gefällt... bitte Herrn Macron anrufen!“ Aha, nun wissen wir dieses und haben die Anleitung, bei weiteren Fragen... Herrn Macron anzurufen.
Am Morgen ein kurzer Rundgang durch Chasseradès und wir bekommen Kontakt mit einer kleinen Gruppe, welche mit Eseln unterwegs ist. Blicke in die Landschaft mit ihren Eisenbahnführungen durch Tunnel und über Viadukte erfreuen nicht nur Eisenbahner. Es nützt aber nichts... wir müssen wieder über steinige Wege über den nächsten Berg, um dann runter zur Quelle des Lot zu gelangen. Durch wunderschönen lichten Mischwald (Schatten!!!) gelangen wir nach Le Bleymard. Gleich am Eingang des Ortes entpuppt sich der „Carrefour“ als die Oase: Es gibt gekühltes Bier.
Es folgt der Tag mit dem Blick auf unser höchstgelegenes Ziel unseres Wanderweges. Die Etappe bis zum Fuß des Berges, Station du Mont Lozère, ist kurz und aus lauter Freude heraus kann schon mal ein Can-Can auf einer kleinen Lichtung im Wald getanzt werden. Vier Personen machen sich schon mal daran, den Sommet de Finiels zu erkunden. Mit seinen 1.699 m ist er der höchste Punkt unserer Wanderung auf dem Stevenson-Weg. Oben auf der Höhe werden wir nicht nur mit wunderbarem Ausblick rundherum über das mit eiförmigen Felsen übersäte Hochtal von Finiels, sondern auch mit einem wunderschönen, windgeschützten Rastplatz zur ausgedehnten Mittagsrast belohnt.
Von nun an kann es ja nur noch bergrunter gehen... denkt der Laie. Zuerst einmal die Umleitung auf steinigen Wegen und durch Viehweiden und am Ende des Waldes grandiose Ausblicke in die Weite und verträumten Täler. Dann weiter wieder sehr steil durch einen steinigen Hohlweg runter in die wunderschöne sehr idyllische im Tal liegende Stadt Le Pont-de-Montvert. Ein sehr eindrucksvolles geschichtsträchtiges Stadtbild im Tal des Tran erwartet uns und lädt zum Ausruhen ein. Wir genießen dieses Städtchen.
Wie gewohnt... raus aus dem Tal... steil hoch und dann bezaubernde Landschaft... historische Steinschutzhäuser der Schäfer... in den kühlenden Wald. Wildpferde überraschen uns. Der folgende Steilanstieg ist glücklicherweise nur von kurzer Dauer. Auf der Kammlinie bieten sich grandiose Ausblicke hinüber nach Finiels und schließlich ist der Aussichtspunkt Signal du Bougès (1.421 m) und damit der beste Mittagsrastplatz erreicht. Auf der anderen Seite des Kamms führt unser Weg mit leichtem Auf und Ab durch einen verwunschenen Buchenwald fast als Panoramaweg mit Blick auf Florac in dieses Städtchen. Ein netter Franzose gibt uns bei unserer Wanderung am nächsten Tag wichtige Informationen zu dem links von uns am Hang liegenden Schloss. Der Erbauer hat auch am Bau des Eiffelturmes mitgebaut. Wir wollen bei sonnigem Wetter weiter berghoch. Und weil Sonntag ist, erreichen wir einen Rastplatz mit Versorgung: Pommes, Bratwurst, frischer Kaffee oder Tee... alle Wünsche werden erfüllt. Durch schönen Laubwald geht es moderat weiter zum ehemaligen Bahnhof Gare de Cassagnas. Herrlich weiße Bettwäsche und Frotteehandtücher. Dazu der Aufruf zum Abendessen durch den Chef mit entsprechender Bekleidung eines Bahnhofsvorstehers und der dazugehörigen Pfeife!
Und schwubbs starten wir zum letzten aktiven Wandertag. Der fordert uns dann doch noch gewaltig. Zuerst mal wieder auf breiten Waldwegen hoch und runter. Und immer wieder grandiose Ausblicke. Eine Umleitung fordert uns dann nochmal mit einer Gratwanderung auf schmalen steinigen Pfaden, um dann aber doch durch schattige Maronenwälder bergab zum heutigen Ziel Saint-Jean-du-Gard zu gelangen. Von dort bringt uns der Linienbus nach Alès. Und von dort fährt uns der Service von La Malle Postale geschwind zurück zu unserem Ausgangspunkt unserer wunderbaren Wanderung nach Le Puy-en-Velay.
Ein DANKESCHÖN an das Organisationsteam und an Robert Louis Stevenson.
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