*** Ein echter Bericht! - Vielleicht ein letztes Mal?
Der Alpinkurs 2023 - wir waren diesmal eine wahrlich intersektionale Gruppe: Robert aus Berlin, Peter aus Osnabrück, Martin aus Celle und die restlichen 3 von der Sektion Hameln.
Thanks to Sektion Hameln, dass ihr nicht fremdelt!
Nachdem wir so nach und nach im Nesselwängler Gimpelhaus eingetrudelt waren, die ersten schon am Freitag, und als die letzten dann Lara, Max und Martin am Sonntag, war am Abend noch ein kurzes Meet-and-Greet. Gleich am Montagmorgen ging es weit hinauf.
Erstmal in den Klettergarten zum Einklettern. Nein, nicht in den unten an der Hütte, sondern den ganz oben mit gleich schon mal 500 Höhenmetern Zustieg. Und das fast jeden Tag! Die einen waren sportlich unterfordert, andere hätten gerne einen Träger gehabt.
Kaum angekommen, fanden wir eine Bande halbwilder Schafe, die den etwas geschützten Bereich unter den Kletterfelsen für ihr Sommerlager ausgewählt hatten.
... und nachdem wir uns als harmlose Kletterer geoutet hatten, wurden wir äußerst intensiv beschnuppert. Wir haben dann unsere Sachen doch lieber etwas höher gelagert ...
Dieses Jahr war der Alpinkurs leider etwas reduziert, August und Günter mussten kurzfristig absagen. So blieben nur noch wir sechs übrig:
Nils, unser Ausbilder und der Häuptling,
Robert, der kletterstarke Mid-Ager = Team 1,
Lara und PeterMax*, die YoungStars = Team 2,
Peter und Martin die SuperSenioren = Team 3
(*eigentlich heißt er Maximilian, aber das kommt davon, wenn man alle in der Gruppe mit Peter anredet ... )
Thanks to Nils, der diesmal als alleiniger Ausbilder uns fünf Teilnehmer händeln musste!
Aber wir waren ja alle keine Anfänger. Und wir fühlten uns von Nils jederzeit gut angeleitet und sicher betreut!
Weiterhin parallel zu unserem Lehrgang waren da noch die 8 Teilnehmer der Hamelner Alpinwoche. “Der Nebentisch” in lockerer Reihenfolge: Karin und Jörg, Sabine, Boris und Rainer, Achim, Rolf und Willi. Also waren wir ein munteres größeres Trüppchen von insgesamt 14 Leuten.
Thanks to Boris für die Orga!
Das Wetter - ist ja immer ein großes Thema, besonders in den Bergen: Besser als in unserer Kletterwoche geht‘s fast nicht! An allen 5 Kurstagen waren wir am Fels, nur zweimal mussten wir wegen Regen einen halben Tag drinnen bleiben. Ansonsten: Sonne und Wolken gemischt und immer angenehm warm.
Die Hütte und das Drumherum: die (DAV) Tannheimer Hütte nebenan war total abgerissen und wir hatten daher im privaten Gimpelhaus unser Basislager eingerichtet. Wir fühlten uns hier alle gut aufgehoben: Essen gut, Unterbringung gut, es gab einen Boulderraum für schlechtes Wetter, sogar einen Seminarraum, eine Materialbahn, und nicht zuletzt die rundum sehr nette Bewirtung.
Morgens wurde immer reichlich Energie getankt - wir hatten gleich festgestellt, dass die Hütten-Halbpension jeglichen Nachschlag (!) ohne Limit (!) beinhaltet. Besonders beim
Frühstück. Bei unseren täglichen Versuchen hatten wir (fast) nie ein ‘Nein’ erreichen können. War auch gut so, denn unterwegs gab es dann keine Pausen mehr.
Abends war dann auch wieder ‘all-you-can- eat’ angesagt, und vor allem mussten die dehydrierten Körper wieder für den nächsten Tag aufgetankt werden.
Allerdings, die Halbpension wurde abends schon um 18 Uhr serviert, das war doch sehr früh.
Dank der guten Handyverbindung konnten wir (und mussten wir) allerdings aus dem Berg einige Male den genauen Zeitpunkt nachverhandeln.
Und dann gings immer gaaanz schnell runter – im alpinen Galopp!
Thanks to Christiane, der Hüttenwirtin, wir mussten keinen Abend hungrig ins Lager!
Die paar Regenstunden hatten wir im Boulderraum mit einigen technischen Übungen sinnvoll genutzt:
Die anderen aus der Hamelner Gruppe kamen nach und nach dazu und es entwickelte sich ein reger Austausch und Ausprobieren von Knoten und alpinen Seiltricks.
Allerdings, in der Rückschau fällt mir auf, dass davon doch nicht so viel hängen geblieben ist. Nur bei mir? Das Weiche Auge klappt, aber alles andere brauchten wir hier auch gar nicht anwenden. Vielleicht mal eine Wiederholung bei Gelegenheit ...?
Noch ein paar persönliche Worte zum Klettern in den Tannheimer Wänden vom Alpin-Anfänger:
Absolut ‘goil’, wie der Norddeutsche sagt!
Sofort wieder!
Egal ob 3, 4, 5, oder 6 (unsere Grade) - immer irgendwie herausfordernd, aber auch immer gut machbar.
Die Südwände am Gimpel, Rote Flüh, Hochwiesler sind alle gut erreichbar und meist voll eingebohrt.
Mit ein paar zusätzlichen (Angst-) Sicherungen kommt man gut durch und kann sich voll auf das ungewohnte Alpinklettern konzentrieren. Die Orientierung im Fels ist so ein besonderes Thema, grob verhauen hatten wir uns hier alle mal.
Immerhin mussten wir die Einstiege nicht selber suchen. ;-)
Das Handling der Doppelseile ist schon deutlich aufwändiger als das gewohnte Einzelseil, finde ich. Auch der Stein: Selbst wenn man in den Mittelgebirgen schon den einen oder anderen Griff ausgerissen hatte, an den alpinen Bröselfels muss man sich auch erst mal gewöhnen.
Es waren wirklich schöne sonnige Tage voller alpiner Aktionen, aber es gab auch einen Schatten:
Unsere alpine Kletterwoche wurde am Ende von einem tragischen Unfall überschattet.
Am Nebentisch des Essraums hatte die Klettergruppe der Nachbarsektion Göttingen ihren Stammplatz, wir kannten uns und sprachen und scherzten miteinander.
Dann, am letzten Tag stürzte eine Göttinger Kletterin in der 2. Seillänge schwer und verstarb noch vor Ort.
Wir waren alle zutiefst bestürzt und sprechen hier nochmal unsere Anteilnahme aus.
— — —
*** Ein echter Bericht??? Was damit gemeint ist? Ja, der diesjährige Artikel über die Frankfurter Alpinwoche wurde von einer KI geschrieben. Das ist keine Anekdote! Gesehen in der letzten Ausgabe des Frankfurter Mitgliedermagazins MainBERG.
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